OK
Diese Webseite verwendet Cookies. Durch Klick auf "OK" bestätigen Sie, dass Sie darüber informiert wurden. Hier erfahren Sie alles zum Datenschutz ».

Schauspieler Heribert Sasse gestorben

sasse

Wie das Wiener Theater in der Josefstadt am vergangenen Samstag, 19. November 2016 mitteilte, ist der Schauspieler Heribert Sasse im Alter von 71 Jahren verstorben. Der gebürtige Linzer gehörte seit 2006 zum Ensemble, noch vor wenigen Tagen stand er in der Premiere von »Die Verdammten« in der Rolle des Patriarchen Joachim von Essenbeck auf der Bühne.

Heribert Sasse wurde am 28. September 1945 in Linz geboren und studierte nach einer Elektrotechnikerlehre am Max-Reinhardt-Seminar Schauspiel. 1968 debütierte er am Wiener Volkstheater und trat danach sowohl an österreichischen als auch an deutschen Bühnen auf. 1970 wurde er an das Berliner Schillertheater engagiert. Später inszenierte Sasse am Theater in der Josefstadt, Volkstheater, bei den Salzburger Festspielen und den Wiener Festwochen. Ab 1980 reüssierte er als Intendant des Berliner Renaissancetheaters, 1985 wurde er als Nachfolger Boy Goberts zum Generalintendanten der Staatlichen Schauspielbühnen mit den drei Spielstätten Schillertheater, Schlossparktheater und Werkstatt berufen.

In Österreich war er zwar regelmäßig als Direktor für das Theater in der Josefstadt, Volks- und Burgtheater im Gespräch, erhielt aber keine Leitungspositionen. Seinen 60. Geburtstag feierte er in »Ich, Feuerbach« von Tankred Dorst auf der Bühne des Volkstheaters. Bei dieser Gelegenheit wurde ihm der Berufstitel Professor verliehen. 2011 erhielt er das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien, 2013 den Titel Kammerschauspieler. Im Theater in der Josefstadt inszenierte er »Mich hätten Sie sehen sollen« und die Brecht-Uraufführung »Die Judith von Shimoda«. Er spielte unter anderem den Bankier Natter in »Das weite Land«, den Vilhelm Fodal in »John Gabriel Borkman« und in den Uraufführungen von Peter Turrinis »Aus Liebe« und Milan Dors »Die Schüsse von Sarajevo«. Daneben spielte Sasse auch in Film- und Fernsehproduktionen mit, zuletzt in diesem Jahr in Franz Novotnys Spionagedrama »Deckname Holec«.

»Tief betroffen und bestürzt« reagierte Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger auf den plötzlichen Tod von Heribert Sasse. »Bewundernswert und beispielhaft war sein Brennen als Theaterdirektor, als Regisseur und als Schauspieler und sein hundertprozentiger Einsatz für das nächste Projekt. Ich verliere nicht nur einen künstlerischen, sondern auch einen persönlichen Freund, der im Theater in der Josefstadt in den letzten zehn Jahren seine Heimat gefunden hat!«

»Ein weiterer schwerer Verlust für die Bühnenkunst!«, schrieb Kulturminister Thomas Drozda auf Twitter. Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny nannte den Theatermacher einen der größten Bühnenkünstler Wiens: »Heribert Sasse zeichnete sich durch Beliebtheit, Bühnenpräsenz und ein unglaublich breites Rollenspektrum aus«, sein plötzlicher Tod sei ein Schock. »Was bleibt, ist die Erinnerung an unzählige, wundervolle Theaterabende des außergewöhnlichen Darstellers und Regisseurs im Volkstheater und auf den Bühnen des Theaters in der Josefstadt«, erklärte Mailath-Pokorny.

Photo: Heribert Sasse mit Franz Müllner 2008 in Hinterstoder